Besuch bei einem St.Galler Ölbaron

Die St. Galler Saatzucht gewinnt mit ihren erstklassigen Ölen Medaillen und Preise, wo immer sie ausstellt und teilnimmt. 14 Clubmitglieder liessen sich von Geschäftsführer Christoph Gämperli in die faszinierende Vielfalt der heimischen Ölpflanzen einweihen und staunten über so viel kulinarisches und medizinisches Wissen.

Wertvollste Öle

Christoph Gämperli, Geschäftsführer der St. Galler Saatzucht, führte die Besucherinnen und Besucher mit ansteckender Begeisterung zu Feldern mit ungewohnten Kulturpflanzen und erwies sich als unerschöpfliche Quelle für kulinarisches und botanisches Wissen. Er erinnerte beispielsweise an die enorme Bedeutung des Leins für die St. Galler Textilindustrie oder  die vergessene Tradition des Mohnanbaus, die nun eine Renaissance erlebt. Im Lauf dieses Morgens wurde klar: Vor unserer Haustür gedeiht eine überraschende Vielfalt von Pflanzen, aus denen sich feine und gesunde Öle gewinnen lassen.

In der Ölmanufaktur erklärte Christoph Gämperli den Clubmitgliedern die Schritte von der Ernte bis zum reinen Öl in der Glasflasche. Für die Produktion eines überzeugenden kaltgepressten und naturbelassenen Öls muss das Ausgangsmaterial allerdings von bester Qualität sein: Ausgereifte, gesunde Samen oder Nüsse, sorgfältig getrocknet und frei von Schädlingen oder Schimmel. Mit einer simplen Metallschnecke wird bei Zimmertemperatur das Öl herausgepresst. Ein langsamer, schonender Vorgang. Übrig bleiben trockene Chips ­– der Fachmann spricht von Presskuchen – die sich als hochwertiger Futterzusatz nutzen lassen.

Das so gewonnene Öl wird danach sanft gekühlt. Man lässt die natürlichen Schwebeteilchen absinken und erhält nach einigen Tagen ein klares, je nach Ausgangsmaterial kräftig gefärbtes Öl. Dieses unverfälschte Produkt mit all seinen wertvollen Inhaltsstoffen wird nun in Glasflaschen abgefüllt und ist bereit für den Genuss. Zum Abschluss der Besichtigungstour bekamen die Clubmitglieder Gelegenheit das breite geschmackliche Spektrum der St. Galler Öle zu probieren und zu vergleichen. Das reichte vom sanften Sojaöl bis zum intensiv duftenden Traubenkernöl aus Rheintaler Weinbergen oder einem wunderbar aromatischen Öl aus gerösteten Baumnüssen, das es leider (noch) nicht zu kaufen gibt.