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Eine Alp, die man essen kann

Auf der Alp Siez kann man sich den Weisstannentaler Alpsommer auf der Zunge zergehen lassen. 500 Tiere und 13 Menschen verwandeln das saftige Siezer Gras in würzige Alpprodukte.

Eine gemütliche Wanderstunde vom Dorf Weisstannen entfernt liegt die Alp Siez. Der Wanderweg schlängelt sich der glasklaren Seez entlang. Die Natur hier hinten ist urwüchsig, rauh und gleichzeitig hinreissend lieblich. Inmitten dieses grün-grauen Paradieses liegt die Alp Siez. Sie vereint Viehwirtschaft, Gastronomie, eine Sennerei und einen kleinen Hofladen, in dem das Alpteam Joghurt, Mutschli und Käse verkauft. Den würzigen Alpkäse dürfen sich hungrige Wandersleute auch gleich im Alprestaurant schmecken lassen, auf einem währschaften Plättli mit Brot und Salsiz. Oder in den leckeren Siezer Chäshörnli, eine Hausspezialität, die Wirt Ueli Forrer aus Speck, Zwiebeln, Hörnli, Milch, Rahm und Alpkäse zaubert.

180 000 Kilo Siezer Milch

Die Alp Siez unterteilt sich in Vorsiez, Glätti und Obersiez. Auf dem Vorsiez wird der Siezer Alpkäse gemacht. Hier ist auch das Restaurant angesiedelt. Jeden Sommer verbringen 185 Kühe, 200 Stück Galtvieh sowie rund 140 Ziegen den Sommer auf der Alp Siez. Die Tiere weiden die ersten und letzten paar Wochen des Alpsommers im Vorsiez und in der Glätti, die restliche Zeit im Obersiez.

Die Alp Siez, das sind neben den rund 500 Tieren auch 13 Menschen: Wirt Ueli Forrer und sein Team vom Restaurant, die für das Wohl der Gäste sorgen, sieben Hirtinnen und Hirten, Melkerinnen und Melker, die sich um das Wohl der Tiere kümmern, sowie das dreiköpfige Team der Sennerei, das die durch Pipelines hergeleiteten rund 180’000 Kilo Siezer Milch im Vorsiez zu aromatischen Siezer Alpprodukten verarbeitet.

Natur, Menschen, Tiere und Ruhe

13 Menschen, die gemeinsam diesen Ort bewirtschaften und alles dafür tun, dass die Alpweiden in nahrhafte Milch und die Milch in würzigen Alpkäse und frisches Joghurt verwandelt werden. Es ist ein ehrlicher Ort. Bodenständig. Rustikal. Schnörkellos und klar wie die frische Bergluft auf über 1000 Metern über Meer. Oder wie der geborene Wildhausener Ueli Forrer ein ums andere Mal sagt: «Es isch äfächt äso.» (Und das ist vielleicht einer der grössten Reize der Alp: Dass sie einfach ist. Einfach da ist. Ohne viel Aufhebens zu machen.)

«Ich mag den Umgang mit Leuten, der Natur und dem Wetter», sagt Wirt Ueli Forrer auf seine eigene schnörkellose Art. «Es braucht die Natur, es braucht Menschen, es braucht Tiere – und es braucht ab und zu einen Moment Ruhe dazwischen.» Hier auf der Alp Siez findet er all das. Seit zwölf Jahren.

Ueli Forrer kennt das «Berglerleben». Er ist in Wildhaus aufgewachsen. Heute wohnt Forrer im Kurort Bad Ragaz und über den Sommer lebt er ganz auf der Alp Siez. Gelegentlich übernachten Wandersleute auf der Alp – dann darf das Frühstück um 7 Uhr bereitstehen.

Ein guter Sommer

«Wir hatten einen sehr guten Sommer», sagt Forrer. Die Leute wollten nach den Einschränkungen durch Corona wieder draussen sein, ihre Freiheit geniessen, das habe man gespürt. Gäste aus dem Ausland seien in den letzten Monaten kaum welche angereist, dafür seien sie aus der ganzen Schweiz gekommen, etwa aus Genf oder dem Wallis. Die Via Alpina, die Vaduz und Montreux verbindet und an der Alp Siez vorbei führt, lenkt den Strom der Wanderer ins Vorsiez.

Brunch & Chääshörnli

Forrers Gäste sind aber nicht nur Wandersleute, die eine kurze Rast machen, häufig ist die Alp Siez auch das erklärte Ziel einer Reise. Und das hat seinen Grund. Die Alp Siez, das sind auch die Siezer Alpprodukte, die verschiedenen Käse, Mutschli, Weissschimmel-Käse (Siezer-Träumli), Ziegenkäse (Mutschli oder Weisschimmel-Käse (Geissler-Träumli)), Joghurt, Sieziella, ein Molkegetränk, Buttermilch, Butter, Rahm und Offenmilch. Das sind die immer gut besuchten Brunchs im heimeligen Stall. Oder die beliebten Chäshörnli vom Chef. 200 Kilo Rohhörnli verarbeitet der gelernte Koch Ueli Forrer pro Jahr.

zufriedenes Vieh…

Auf der Alp Siez werden alle Produkte hausgemacht, aus hauseigenem Rostoff: der würzigen Milch der Siezer Kühe und Ziegen. Der Alpsommer war trotz des vielen Regenwetters ein guter Sommer. «Das Vieh ist zufrieden», sagt Ueli Forrer. Und das schmeckt man.

Die Alpkorporation Siez

Die Alpkorporation organisiert die gemeinsame Nutzung der Alp Siez. Rund 130 Besitzer verfügen über total 1’801 Fuss Alprechte und bilden damit die Alpkorporation Siez. Wer selber nicht Bauer ist (ca. 75 % der Alpbesitzer) verpachtet diese Rechte an Landwirte, an die sogenannten Nutzer oder Bestösser. Für die Bestossung sind folgende Rechte nötig: für eine Kuh 6 Füsse (1 Stoss), für ein Rind 5 Füsse, für eine Mäse 4 Füsse, für ein Kalb 3 Füsse, für ein Schaf ½ Fuss, für eine Ziege ½ Fuss.

(Quelle: www.alpsiez.ch)

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