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Schorle

mehr als Most mit Blööterli

Der Anbau von Äpfeln und Birnen und ihre Verwertung als Most hat in der Schweiz eine lange Tradition, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. In manchen Regionen wie dem Thurgauer Seerücken war die Mosterei ein überlebenswichtiger Wirtschaftszweig. Sie prägte das Leben und das Landschaftsbild.

Die Mostkrise

Als die eidgenössische Alkoholverwaltung die sogenannte «Umstellung im Obstbau» beschloss, begann für die Mostereibetriebe und ihre Lieferanten eine schwierige Zeit. Um die Menge von Mostobst drastisch zu reduzieren wurden zwischen 1950 und 1975 allein im Kanton Thurgau eine halbe Million Obstbäume gefällt. In den folgenden Jahrzehnten ging es bedrohlich abwärts mit dem Mostkonsum.

die richtige Idee zur richtigen Zeit

Ernst Möhl leitete in jener Zeit die Mosterei Möhl in Arbon. Ihm war klar, dass es neue Produktideen und zeitgemässe Vermarktung brauchte, um einen Ausweg aus der existenzgefährdenden Krise zu finden. Mit der Lancierung von Swizly sammelte Möhl die ersten Erfahrungen. Den klassischen Saft vom Fass verwandelte man mit Erfolg in einen trendigen Cider.

Schorle

Die «Verjüngungskur» beim Shorley, der im Jahr 2000 auf den Markt kam und sich rasch zum Bestseller entwickelte, erwies sich als erfolgreich. Das lag einerseits am pfiffigen Namen und dem ungewohnt modernen Erscheinungsbild, aber vor allem auch an der geschickten Vermarktung. Möhls Innovation war einfach, aber genial: Er lieferte die geschmacklich perfekte Mischung aus 60 Prozent Süssmost und 40 Prozent Passugger Mineralwasser.

Variationen des Erfolgsrezepts

Inspiriert vom Erfolg der Apfelschorle sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von Schorlen entwickelt worden, die das ursprünglich simple Grundrezept Süssmost und Wasser abwandeln. Ein interessanter neuer Markt ist so auch für manche Winzer entstanden. Die Traubenschorle hat sich beispielsweise zu einer gefragten alkoholfreien Apéro-Alternative für Anlässe entwickelt. Heute zählen Schorlen und insbesondere Apfelschorlen zu den beliebtesten und umsatzstärksten Regionalprodukten der Schweiz. Damals –mitten in der Mostkrise – konnte sich das selbst Visionär Ernst Möhl nicht in diesem Ausmass vorstellen. Den ersten Schritt hat er dennoch gewagt!

Mehr über Schorle

Als Schorle bezeichnet man im gesamten deutschen Sprachraum einen Obst oder Fruchtsaft, der mit Mineralwasser gemischt oder «gespritzt» wird. Dazu zählen auch Wein und Bier. Auf Französisch und Italienisch heisst das übrigens Spritz oder Spritzer (z.B. Spritzer de pomme). Die Bezeichnung Schorle stammt laut Duden-Herkunftswörterbuch aus Süddeutschland, wo er zunächst Schorlemorle hiess und vor allem für Wein mit Wasser verwendet wurde. Das geht sehr wahrscheinlich zurück auf das mittelalterliche Wort Schurrmurr, das Mischmasch bedeutete. Schorle ist also möglicherweise das älteste bekannte Wort für ein Mixgetränk!

Gesunde Mischung

Vor allem Apfelschorle gilt als wirkungsvoller Durstlöscher für sportliche Aktivitäten, weil er dem Körper neben Flüssigkeit ein ideales Verhältnis von rasch verfügbaren Kohlenhydraten und Mineralstoffen zur Verfügung stellt. Ein Deziliter Apfelschorle (60% Apfelsaft /40% Mineralwasser) enthält etwa 4 Gramm Fruchtzucker und etwa 1,2 Gramm Traubenzucker–das entspricht rund 25 Kilokalorien.

So lässt sich der Blutzuckerspiegel rasch, aber massvoll steigern. Zudem enthält der Apfelsaft Beta-Karotin, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C sowie Apfelsäure, Milch- und Zitronensäure. Ihnen schreibt man positive Effekte auf den Stoffwechsel zu.