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Endlich wieder offen!

Interview mit drei CULINARIUM-Gastronomen

Auswärts essen war seit dem 16. März stark eingeschränkt. Es wurde sozusagen zur Verpflegung reduziert. Genuss schien irgendwie auch fehl am Platz angesichts von Krankheit und Tod.

Seit dem 11. Mai ist die Bewirtung von Gästen wieder möglich, falls die geltenden Regeln für Social Distancing und Hygiene umgesetzt werden können. 

 

Wir haben über die Wiedereröffnung mit drei Gastronomen gesprochen, die alle einen intensiven Bezug zu CULINARIUM haben:

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urs gabi majer Hotel Hecht

Urs und Gabi Majer vom Hotel Hecht in Rheineck und Mitglied im Vorstand des Trägervereins CULINARIUM.

Philipp Schneider Krone Mosnang

Philipp Schneider von der Krone Mosnang war CULINARIUM-König 2018.

Roland Stump Stumps Alpenrose

Roland Stump, Inhaber des Hotels Stump’s Alpenrose war CULINARIUM-König 2019.

Hat sich euer Angebot durch die aktuelle Situation verändert?

Urs Majer: Ausser, dass die Quantität schwierig abzuschätzen war, haben wir weder beim Menü, noch beim à-la-carte-Angebot etwas verändert.

Philipp Schneider: Grundsätzlich nicht! Unsere starke regionale Verankerung erweist sich jetzt als Vorteil. Wir können weiterhin unsere komplette Karte in gewohnter Krone-Qualität anbieten – auch als Take-Away. Dieser neue Service läuft übrigens so gut, dass wir ihn auch weiterhin anbieten werden.

Roland Stump: Wir sind auch während der Lockdown-Phase unserer Berufung als Gastgeber treu geblieben und liessen das Hotel für Übernachtende inklusive Frühstück und Abendessen geöffnet. Dieses Angebot wurde von «Corona-Flüchtlingen», Home-Office-Arbeitenden und für Mini-Seminare genutzt. Unser Speisenangebot haben wir bewusst verändert. Wir legen noch mehr Gewicht auf Lokales und Regionales, und wir haben die Angebote an vegetarisch-veganen Gerichten gegenüber Fleischgerichten erhöht.

Wie erlebt ihr eure Gäste?

Urs Majer: Es ist schon so, dass nicht nur wir, sondern auch die Gäste lange Zeit hatten. Es gab viel zu erzählen und (wieder) zu lachen, halt alles mit Abstand. Dies führte zu paradoxen Situationen, denn viele Gäste vermissten das Händeschütteln, das Küsschen links und rechts oder das Gläschen Wein mit der Chefin. Ich glaube, es ist in der Krise klar geworden, dass wir Gastwirte eine wichtige soziale Aufgabe für die Gesellschaft erfüllen.

Philipp Schneider: Überraschend positiv, fröhlich, entspannt. Die aktuelle Situation empfinde ich als bewusste gegenseitige Dankbarkeit!

Roland Stump: Deutlich spürbar ist, dass viele verunsichert und ängstlich sind. Daraus ergibt sich grosse Vorsicht und es ist spürbar, dass die Gäste sich vergewissern, ob ihre Sicherheit wirklich gewährleistet ist, ehe sie sich auf einen Restaurantbesuch einlassen.

Gibt es den viel zitierten Nachholbedarf tatsächlich?

Urs Majer: Ja, es gibt ihn! Viele Gäste sind jedoch ängstlich, immer noch im Homeoffice oder gar infiziert. Deshalb hält sich der Ansturm in Grenzen.

Philipp Schneider: Ja, den spüren wir definitiv, und das macht uns froh.

Roland Stump: Unsere Gäste freuen sich darüber, nicht selber kochen und den Tisch decken, abräumen und abwaschen zu müssen. Aber das wichtigste Nachholbedürfnis scheint mir der zwischenmenschliche Kontakt zum Gastgeber.

Was wünscht ihr euch als Gastgeber für die Zukunft?

Urs Majer: Die Besinnung auf unsere Herkunft, Identität und Lebensaufgabe ist wichtiger als Aktienkurse, verlangt aber Solidarität und Verantwortungsbewusstsein. Schaffen wir das zumindest im Ansatz, dürfen wir gelassen in die Zukunft blicken.

Philipp Schneider: Dass wir diese aussergewöhnliche Situation gemeinsam überstehen können – ich denke da vor allem an meine Mitarbeitenden – und dass wir «gestärkt» aus der Krise kommen und vorwärts schauen.

Roland Stump: Wir freuen uns über Solidarität und Unterstützung von Seiten der Gäste. Wir wünschen uns, dass das authentische Regionale noch mehr Beachtung und Wertschätzung findet. Für die vielen ausgezeichneten Hofläden in unserer Umgebung, und natürlich auch für unsere Küche, die vom Gemüse, über Fleisch und Käse bis zum Wein konsequent auf Produkte aus der Nachbarschaft setzt.

Und zum Schluss ein direktes Wort an die Gäste….

Urs Majer: Bescheidenheit, Dankbarkeit und Musse sind Wesenszüge, welche uns in schwierigsten Lebens-Situationen unterstützen. Lasst uns darum mit der Erfahrung aus der Vergangenheit und dem Wissen der Gegenwart die kommende Zeit nach schweizerischem Charakter gestalten. Mit der Schweiz und für die Schweiz.

Philipp Schneider: …. Vielen herzlichen Dank für die Unterstützung, die Treue! Wir sind glücklich, auf so eine «breite» Stammkundschaft zählen zu dürfen.

Roland Stump: Liebe Gäste, wir waren als Gastgeber in Stump‘s Alpenrose während der ganzen Zeit von Corona mit Unterkunft, Catering oder Take-Away präsent. Wir sind vorbereitet, Sie jetzt mit frischen und regionalen Köstlichkeiten und der traditionell authentischen Gastfreundschaft in der Natur um Stump‘s Alpenrose zu begrüssen und herzlich zu verwöhnen. Wir freuen uns auf Sie!