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Weingut Portaser in Pfäfers: Gutes Klima für feine Tropfen

Ihre Rebberge liegen teilweise auf über 700 Meter über Meer. Das ist ungewöhnlich hoch für den Weinbau. Beim Pfäferser Portaser der Familie Schwitter spielt gutes Mikroklima eine tragende Rolle – sowohl geografisch als auch familiär.

Saftiges Grün, weiche Hügel, uralter Fels: Es ist ein idyllischer Flecken Erde, auf dem Robert und Elvira Schwitter mit Sohn Markus in Pfäfers Wein anbauen, Rinder züchten und Kühe vermieten. Ihr Betrieb umfasst eine Nutzfläche von rund 40 Hektaren, davon wachsen auf über 3 Hektaren Reben. Die Parzellen liegen zwischen 500 Meter (Bad Ragaz) bis 1500 Meter über Meer (Ragolerberg)..

Der Weinbau hat Tradition

Laut Webseite der Schwitters haben schon die Mönche des Klosters Pfäfers vor vielen hundert Jahren an den Südhängen unterhalb des Schlosses Wartenstein Reben angepflanzt – auf einer Höhe bis zu 735 Metern über Meer. Üblicherweise gilt in unserer Klimazone eine Weinbaugrenze von 600 Metern über Meer. Der Weinbau im „höchsten Rebberg der Ostschweiz“ konnte nur gelingen dank eines günstigen Mikroklimas: Unzählige Felsblöcke schützen vor rauem Wetter und speichern die Sonnenwärme. Und so gedeihen hier oben seit Hunderten von Jahren süsse Trauben, die gepresst, gekeltert und in Flaschen abgefüllt werden. Robert und Elvira Schwitter schenken dabei ihr Vertrauen dem Weingut Gonzen in Sargans, der Weinkellerei Haubensak in Altstätten und dem Scadenagut in Malans. Der Wimmet im Herbst ergibt jeweils einen durchschnittlichen Ertrag von 12 bis 15 Tonnen Trauben.

Beim Verein Rheintalwein wird der Pfäferser Portaser Pinot Noir 2018 wie folgt beschrieben: «Tief dunkles Rubinrot, intensives Bouquet reifer Johannis- und Himbeeren und geschmeidig milder Gerbstoffe, sortentypische Aromatik mit langanhaltendem Abgang. Geschmack: voll und intensiv. Körper: mittelschwer.» Damit der edle Tropfen der Traube am Ende seinen vollen Geschmack entfaltet, bedarf es eines harmonischen Zusammenspiels von Pflanzenpflege, Wetter und Verarbeitung. In Pfäfers wurzeln die Weinstöcke in ausgesprochen kalkhaltigem Boden. Dieser gilt als ideale Grundlage für vollmundige, vielschichtige Weine. Nicht nur das Klima stimmt hier, sondern auch die Chemie.

Die Pfäferser Portaser Müller/Thurgau, Federweiss, Chardonnay Barrique, Johanniter, Pinot Noir, Cuvée und Gamaret, Rosé Tamina und Marc werden an private Geniesserinnen und an die Gastronomie verkauft.

Die nächste Generation übernimmt

Während der vergangenen Coronamonate konnte die Familie Schwitter die Taminataler Gastronomie nicht in vollem Umfang bedienen – ihr Weinkeller blieb gut gefüllt. Einen Teil ihrer heurigen Portaser-Traubenernte wird daher weiterverkauft. Robert und Elvira Schwitter wollen ihrem Sohn Markus keine übervollen Weinregale weitergeben: In Kürze wird er nämlich mit seiner Freundin den Betrieb übernehmen. Die Eltern freuen sich, dass Sohn Markus den Traditionsbetrieb weiterführen wird – und ganz besonders, dass er es aus freien Stücken tut. „So etwas muss man aus Freude machen“, sagt Robert Schwitter. „Sonst nützt es nichts.“ Er und seine Frau Elvira werden weiter auf dem Hof arbeiten.

Die Familie hilft mit

Die Familie ist eine stabile Säule des Betriebs. Neben Tochter Sonja hilft auch die erweiterte Familie mit, wenn es starke Arme und geschickte Hände braucht, zum Beispiel beim Heuen oder beim Wimmet. Als Dank gibt es am Ende des Jahres jeweils für alle ein grosses Stück saftiges Fleisch vom Hof.

Denn die Familie Schwitter baut nicht nur Reben an, sie betreibt vor allem Viehwirtschaft. In ihrem Stall, auf ihren Weiden und auf der Alp züchten die Schwitters für drei Milchbetriebe Rinder heran. Sie mästen Kälber und liefern hochwertiges regionales Kalbfleisch an die Migros. Ihre lokale Partnerin beim Fleisch ist die Störmetzgerei Pfäfers. Und weil es so gut zum Wein passt, lassen sie aus der Milch ihrer 20 bis 25 Milchkühe auf Taminataler Alpen Käse herstellen. Im Schwitterschen Hofladen finden sich daher neben den Weinen auch Alpkäse und darüber hinaus auch Butter, Trockenfleisch, Obst, Konfitüre, Eingemachtes und Spirituosen.

13 Tiere sind vermietet

Von ihren 120 Tieren sind 13 übrigens vermietet. Die Kuhmieterinnen und Kuhmieter (sie stammen „aus der halben Schweiz“) bezahlen 600 Franken für die Sömmerung auf der Alp und leisten einen Arbeitstag. Dafür bekommen sie jährlich 60 Kilo Käse, 5 Kilo Butter und eine Prise Erlebnis Bauernhof. Den Käse lagern Robert, Elvira und Markus Schwitter in ihrem Käsekeller. Die Mieterschaft darf nach Bedarf vorbeikommen und sich eine Scheibe von ihrem Käsekontingent abschneiden. Bei dieser Gelegenheit nehmen sie dann häufig auch gleich eine Flasche Portaser oder eine Portion Fleisch mit nach Hause.

„Die Viehwirtschaft ist unser Hauptbetriebszweig – der Weinbau war anfangs nur ein ausgedehntes Hobby meines Mannes“ sagt Elvira Schwitter und lacht. „Heute ist er natürlich viel mehr als das.“

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