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Landschaft dank Apfelsaft?

Ein Prost auf die natürliche Schönheit der Schweiz! Hochstamm-Bäume gehören in vielen Gegenden unseres Landes zum vertrauten Landschaftsbild. Sie formen eine jahrhundertealte Kulturlandschaft und stehen für eine lebenswerte Heimat. Im frühen Mittelalter erblühten nördlich der Alpen die ersten grossen Obstgärten. In der Regel war der nächste Kirchturm nicht weit. Denn damals waren es vor allem die Klöster, die Obst anbauten und die Landwirtschaft weiter entwickelten. Sie bewahrten und erweiterten das Wissen, das die Römer in unser Land gebracht hatten. Wo es Klima und Gelände zuliessen, legten die Mönche und Nonnen in der Umgebung von Klöstern und Klostergütern Baumgärten an und erweiterten damit ihren eintönigen Speisezettel mit frischem Obst und wertvollen Konserven. Gleichzeitig entstand innerhalb der Klostermauern wichtiges kulinarisches Know-how, das bis heute überliefert wird.

Hochstamm Wiese
Apfelsaft

Mit unserem Konsum beeinflussen wir unsere Umwelt: Ein Beispiel dafür ist Apfelsaft, der quasi vor der Haustüre wächst.

Eine Kulturlandschaft entsteht…
Bis ins 17. Jahrhundert fand man Obstgärten hauptsächlich in der Nähe von Gebäuden und Siedlungen. Doch nach und nach begann man damit Obstbäume in die freie Landschaft zu pflanzen: auf den Allmenden und entlang von Strassen und Wegen. Es entstanden die Streuobstlandschaften, die heute noch viele ländliche Regionen der Schweiz prägen. Sie tragen auf vielseitige Art bei zur Lebensqualität.Auf dem Land, aber auch am Stadtrand, wurde Obst zu einem wichtigen Bestandteil der Selbstversorgung. Man pflanzte bewusst Sorten an, die sich für die Konservierung eignen. Daraus entwickelte sich eine enorme Vielfalt an Sorten für Dörrobst, Most und Obstbrände. In der Schweiz erlebte der Anbau von Hochstammbäumen zur Obstproduktion seine Blütezeit von 1850 bis 1950. Auf dem Höhepunkt gab es in der Schweiz rund 15 Millionen Obstbäume – ein überwältigender Anblick im vollen Frühlingsblühen.

…und verschwindet
In den letzten 50 Jahren sind über 80 Prozent der Hochstammobstbäume verschwunden. Der heutige Bestand wird noch auf 2.3 Millionen Hochstammbäume geschätzt. Auch in anderen europäischen Ländern nimmt ihre Zahl ab. Neben dem Landschaftsverlust ist es vor allem der landwirtschaftliche Strukturwandel, der diesen bedauerlichen Rückgang forciert hat. Mit den so genannten Niederstammanlagen, die dichte, geschlossene Pflanzungen ermöglichen, lässt sich der Ertrag auf derselben Fläche vervielfachen und der Ernteaufwand verringern.
Als Hochstammbäume gelten Obstbäume, die einen gut sichtbaren Stamm und ausladende Kronen bilden. Bei den Früchten unterscheidet man zwischen Kernobst wie Äpfel, Birnen und Steinobst, in der Ostschweiz vor allem Kirschen und Zwetschgen. Als Hochstämmer gelten aber auch Nuss- und Kastanienbäume.

Das Label Hochstamm Suisse
Das Label zeichnet Produkte aus, die zu 100% aus Schweizer Hochstamm-Obstgärten stammen. Es wird an Produzenten und Verarbeiter vergeben, die sich an Qualitätsanforderungen und Richtlinien halten. Dies wird wie bei CULINARIUM mit regelmässigen Kontrollen von unabhängigen Inspektionstellen garantiert.
Die Ernte von Hochstamm-Obst ist zeitaufwändig und mit viel Handarbeit verbunden. Der Ertrag ist geringer als in Niederstammanlagen und zudem stark abhängig von der Witterung. Es braucht viel Herzblut und Engagement, um diesen Mehraufwand und die Risiken auf sich zu nehmen. Hochstamm Suisse, der Bund und die Kantone zahlen deshalb Baum-Prämien. Sie unterstützen auch Baumpflanzungen.
Die Hochstamm Suisse-Partner in der Verarbeitung verpflichten sich, den Produzenten für ihr Hochstammobst einen fairen Preis zu zahlen.
All diese Bemühungen haben es ermöglicht, dass die Zahl an Hochstamm-Bäumen seit einigen Jahren wieder zunimmt. Ein Gewinn für die Schweiz in vielerlei Hinsicht!

Bäume mit «Benefits»

Landschaftsbild & Erholungsraum:
Streuobstwiesen, aber auch einzelne Hochstammbäume beleben und prägen die Region und tragen so zu einem vielfältigen Landschaftsbild bei. Das Blütenmeer im Frühling, der Überfluss der reifenden Früchte, das leuchtende Laub im Herbst…

Ökologie
Richtig bewirtschaftete Streuobstwiesen und Hochstammgärten sind wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Kultur & Tradition
Hochstammbäume sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte und unserer kulturellen Identität.

Kulinarischer Reichtum
Die Vielfalt der Sorten ist eine ergiebige Quelle von Düften, Aromen und sogar Heilstoffen. Mit vielen Sorten sind auch kulinarische Traditionen und Techniken verbunden.

Genetische Vielfalt
Das enorme Genreservoir alter Sorten ist ein wichtiges Erbe der Menschheit und eine wertvolle Grundlage für den Obstbau der Zukunft.

Landschaft dank Apfelsaft?
Wer Apfelsaft aus Hochstamm-Gärten wählt – und die entsprechenden Produkte gibt es heute von allen namhaften Schweizer Mostereien – der tut nicht nur etwas gegen seinen Durst, sondern etwas Wertvolles für Landschaft und Lebensqualität.