Regional, saisonal, ganz normal

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CULINARIUM startete im Jahr 2000 mit einer einfachen Idee: Lebensmittel, die vor unserer Haustür produziert werden, haben viele wertvolle Vorteile, aber sie werden zu wenig geschätzt. Es soll wieder ganz normal werden, dass man saisonal und regional einkauft. 17 Jahre später ist Regionalität eines der wichtigsten Argumente im Detailhandel und in der Gastronomie.

Spätestens Ende der 1990er-Jahre erkannten immer mehr weitsichtige Menschen aus der Ostschweizer Landwirtschaft, Gastronomie, Verwaltung und Politik die Risiken der Marktöffnung und Globalisierung, insbesondere nahe der Grenze und in den wirtschaftlichen Randregionen. Fallende Zollschranken, internationale Freihandelsabkommen und dadurch immer billigere Importe entwickelten sich zu einer existenzbedrohenden Konkurrenz von regionalen Produzenten und allen Branchen, die damit verbunden sind. Vom kleinen Alpbetrieb bis zur Grosskäserei. Es war höchste Zeit für mehr Wertschätzung und Wertschöpfung in der heimischen Landwirtschaft.

Probleme, aber auch Chancen!
Die CULINARIUM-Gründer erkannten in diesen Veränderungen von Anfang an auch Chancen. Sie formulierten eine Aufgabe und ein Ziel: Der Trägerverein CULINARIUM begeistert die einheimische Bevölkerung und Gäste für regionale Produkte, eine bewusste saisonale Ernährung im Einklang mit den Jahreszeiten und die kulinarischen Traditionen und Spezialitäten der Ostschweiz. Was heutzutage als Idee ganz selbstverständlich scheint, wirkte damals als Zielsetzung für viele idealistisch und wurde sogar als unrealistisch oder utopisch kritisiert.

Erfolgreiche Arbeit
Im Jahr 2017 ist der Trägerverein mit seiner nachhaltigen Philosophie eine erfolgreiche Bewegung mit über fünfhundert Mitgliedern aus Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Gastronomie und Tourismus. Sie alle profitieren nicht nur vom bekannten und vertrauenswürdigen Gütesiegel mit der goldgelben Krone, sondern auch von einem vitalen und weitgespannten Netzwerk, das ihre Informations- und Lieferwege stark verkürzt und vereinfacht. Heute bietet CULINARIUM seinen Mitgliedern zunehmend professionelle Unterstützung bei Marketing, Medienarbeit und Online-Präsenz. Der Trägerverein entwickelt sich konsequent zur spezialisierten Multimedia-Agentur, weiter, welche die Bedürfnisse ihrer Kunden von Grund auf kennt und entsprechend massgeschneiderte Lösungen anbieten kann.

Profil & Vertrauen
Entscheidend zum Erfolg der Idee trug der sorgfältige Aufbau eines starken Labels mit unverwechselbarem Profil bei. Die goldgelbe Krone schafft nachhaltig Vertrauen und funktioniert offensichtlich als wirkungsvolles Argument für die Konsumentinnen und Konsumenten. Von Anfang an war allen klar: Verlässlichkeit und Vertrauen sind entscheidend für den Erfolg. Das blumigs­te Marketing bringt beim Thema Genuss nichts, wenn das Produkt nicht überzeugt. Deshalb ist es für den Trägerverein CULINARIUM eine zentrale Aufgabe, eine professionelle Infrastruktur für die vertrauenswürdige Zertifizierung von Produkten und Dienstleistungen aufzubauen. Unser umfassendes und anspruchsvolles Programm lässt sich heute auf praktisch alle Lebensmittelkategorien anwenden. Das Spektrum der mit der Krone ausgezeichneten Regionalspezialitäten umfasst Käse, diverse Milchprodukte (z.B. Rahm, Butter, Jogurt), Fleisch und Fleischprodukte, Geflügel, Fisch (Wildfang und Zucht), Mehle, Teig- und Backwaren, Gemüse und Früchte, Eier, Honig, Pflanzenöle, ­Sirup, Konfitüre, Teemischungen, Mineralwasser, Wein, Bier, Most, Edel­brände, sowie Geschenkkörbe und vielfältige Gastronomie-Angebote. Ein starkes Indiz für die hohe Qualität dieser regionalen Erzeugnisse sind die vielen Auszeichnungen, mit denen CULINARIUM-Betriebe und ihre Produkte Furore machen. Auch 2017 regnete es geradezu Preise und Medaillen an nationalen und internationalen Wettbewerben für Käse, Fleisch, Naturöl, Brände oder Wein (Seite 68 und 84).

Regionalmarken geniessen Vertrauen
Eine repräsentative Umfrage des Schweizer Bundesamts für Landwirtschaft hat 2015 ergeben, dass Regionalmarken einen hohen Bekanntheitsgrad geniessen und bestätigt, dass die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Trägervereins CULINARIUM Früchte trägt. Immerhin 62 Prozent der befragten Ostschweizer Konsumenten kennen die goldgelbe Krone. Damit erreicht CULINARIUM sogar eine noch höhere Bekanntheit als andere Regionallabels.

Die erfolgreichste Regionalmarke in der Schweiz ist das MIGROS-Programm Aus der Region. Für die Region (AdR). Sage und schreibe 97 Prozent der Befragten kennen und schätzen diese Marke. Der Trägerverein CULINARIUM kooperiert seit 2003 mit der Genossenschaft MIGROS Ostschweiz und seit 2006 mit der Genossenschaft MIGROS Zürich. Heute sind alle Produkte in Ostschweizer und Zürcher Filia­len, die das AdR-Label tragen, von CULINARIUM zertifiziert. Diese vertrauensvolle Aufgabe erfüllt für uns die unabhängige Firma ProCert AG mit Sitz in Bern.

Regionalität muss einfach gut sein
Im Rückblick erkennen wir, dass unsere Anliegen vor allem dann wahrgenommen wurden, wenn sie mit überzeugenden Beispielen erklärt wurden – oder noch besser, wenn diese Beispiele gut schmecken. CULINARIUM setzt sich deshalb ein für ein möglichst vielfältiges und professionelles Angebot von Produkten und Dienstleistungen rund um Kulinarik, Gastronomie und Tourismus.

Die wichtigsten sind:
• Culinarische Wochen, z.B. Frühlings- oder Herbstwochen in diversen Ostschweizer Regionen (Seite 23)
• Kulinarische Veranstaltungen, wie die Genussakademie in St. Gallen, St. Galler Weinspitzen, Regionalmärkte und Club-Event
• Mit der CULINARIUM-Seite für Geniesser im TAGBLATT-Regionalzeitungsverbund, die im wirkungsvollen Panoramaformat erscheint, erreichen wir monatlich fast 270000 Leserinnen und Leser mit unseren Ideen und Informationen rund um das Thema Regionaler Genuss.

Die Kombination aus Öffentlichkeitsarbeit, stimmungsvollen Anlässen und überzeugenden kulinarischen Erlebnissen – beispielsweise als Teilnehmer an der Genussakademie oder beim CULINARIUM-Club – entwickelte spürbare Wirkung. Das Thema Regionalität etablierte sich nachhaltig in der Ostschweiz und bekam eine genussvolle Bedeutung für die Menschen.

Neue Aufgaben
Vieles hat sich seit der Gründung des Trägervereins vorteilhaft entwickelt: Landwirte und Produzenten profitieren vom wachsenden Bewusstsein der Kunden und der steigenden Nachfrage für Regionalprodukte. Für die Grossverteiler gehört dieser Sektor seit einigen Jahren zu den wichtigsten Wachstumsbereichen und ihr Engagement wird zusätzlich belohnt durch eine positive Wahrnehmung bei der Kundschaft. Ein guter Gradmesser dafür sind die auflagenstarken Wochenzeitungen der beiden grössten Detailhändler. Stimmungsvolle und appetitliche Geschichten rund um regionale Produzenten, Produkte, Traditionen und Spezialitäten dürfen in keiner Ausgabe fehlen. Wir finden das wunderbar! Auch unsere Partner in der Gastronomie freuen sich über eine zunehmend besser informierte Kundschaft, die Saisonalität und Regionalität schätzt, und auch bereit ist, den Mehrwert zu bezahlen, wenn er qualitativ überzeugt. Doch bei allem Wohlwollen und Interesse der Menschen ist etwas ganz klar: Wenn das Produkt, das Essen oder der Service nicht überzeugt, nützen auch goldgelbe Krönchen nichts! Die CULINARIUM-Idee lebt nur, wenn die Qualität der Angebote stimmt und das ernsthafte Engagement aller Beteiligten spürbar bleibt.

Regionalität ist nachhaltig
Viele Menschen machen sich heute Gedanken über eine erstrebenswerte Zukunft und vernünftige Wege dorthin. Ein Schlüsselwort in diesem Zusammenhang ist Nachhaltigkeit. Dieser Begriff wird heute oft leichtfertig verwendet. Die Bedeutung des Begriffs war ursprünglich keineswegs beliebig: Nachhaltiges Handeln bedeutet, dass die nächsten Generationen mindestens dieselben Grundlagen und Perspektiven wie wir haben! Das klingt zwar selbstverständlich, aber Tatsache ist, dass in vielen Bereichen die Ressourcen unvernünftig verschwendet werden. Wir haben erkannt, dass sich der Begriff Nachhaltigkeit wie ein roter Faden durch unsere Arbeit zieht. Wir sind überzeugt, dass konsequente Regionalität ein wichtiger Schritt in eine nachhaltigere Zukunft ist. Kurze Transportwege und damit verbunden frische, reife und geschmackvolle Produkte sind nicht nur energetisch, sondern auch kulinarisch ein starkes Argument für die Region. Dazu kommt die Wertschöpfung, also Arbeitsplätze und Verdienstmöglichkeiten. Es schafft Vertrauen, wenn die Pflanzen und Tiere, die wir essen, vor unserer Haustüre produziert werden.
Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Vertrauen – vom Konsumenten zum Produzenten oder Gastgeber, aber auch umgekehrt. Denn wenn nachhaltiges Verhalten vom Konsumenten nicht belohnt wird, lohnt es sich nicht.

Der Trägerverein CULINARIUM setzt sich dafür ein, dass sich die kulinarische Ostschweiz zu einem Vorbild für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen entwickelt.