Beispielhafte Renaturierung

Renatuierung WEB neu

Die Renaturierung von Fliessgewässern und die Interessen der Landwirtschaft haben sich in der Schweiz zu einem scheinbar unvereinbaren Gegensatz hochgeschaukelt. Eine Renaturierung bedeutet nämlich grundsätzlich mehr Platz für das Gewässer, damit es gewappnet ist für die massiven Hochwasser, die sich als Folge der Klimaerwärmung in Zukunft wahrscheinlich häufiger ereignen werden. Darüber hinaus kann ein Fliessgewässer mit mehr Lebensraum seine ökologischen Funktionen wieder besser erfüllen. Die damit verbundenen Aufweitungen beanspruchen unter den beengten Schweizer Raumverhältnissen in der Regel Kulturland. Konflikte sind damit vorprogrammiert!

Die Renaturierung des Werdenberger Binnenkanals ist ein wegweisendes Beispiel dafür, wie sich die Ansprüche von Ökologie und zeitgemässer Landwirtschaft auf konstruktive Weise vereinbaren lassen. Auf rund einem Kilometer Länge wurde der schnurgerade, durchschnittlich zehn Meter breite Werdenberger Binnenkanal zwischen der ARA Buchs und dem Ochsensand zurückgebaut. Die Aufschüttung ergibt rund zwei Hektar hochwertiges Kulturland, das wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann. Im angrenzenden Auwald entstand hingegen ein natürlich anmutender Flusslauf mit ausgedehnten Flachufern. An manchen Stellen ist der neue Bach üppige 60 Meter breit. Der ökologische Mehrwert gegenüber dem monotonen Kanal ist auch für Laien leicht nachvollziehbar.

Nicht nur für Marc Mächler, Baudirektor des Kantons St. Gallen, ist diese Renaturierung ein Vorzeigeprojekt für die ganze Ostschweiz. Durch umsichtige Planung ist nachhaltiger Mehrwert auf mehreren Ebenen gelungen und ein Interessenkonflikt liess sich vorbildlich lösen.